Balkon & Terrasse

By | September 29, 2017

Es ist schon ein großer Unterschied, ob wir Pflanzen in die Erde setzen können, wo Grundwasser vorhanden ist, oder ob wir sie in den verschiedensten Behältern vom Boden loslösen. Im ersten Fall sind die Nährstoffe besser verfügbar, der Wurzelraum ist größer, folglich wird auch der Wuchs ohne Zweifel stärker sein. Andererseits gibt es hier auch Konkurrenz durch andere Gewächse, insbesondere im Wurzelbereich.

Im Trog oder, wie der moderne Ausdruck heißt, beim »mobilen Grün« gelten andere Bedingungen. Der Wurzelraum und damit die Nährstoffversorgung ist beschränkt, das Wachstum hängt von den vorhandenen und laufend kontrolliert zugeführten Nährstoffen ab.

Im Gefäß herrschen auch andere Temperaturverhältnisse als im Gartenboden. Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht sind wesentlich größer. Das ist zwar im Sommer für alpine Pflanzen wegen einer erhöhten Taubildung günstig, aber ungünstig im Winter. Das dauernde Auftauen am Tage und Gefrieren bei Nacht hat schon manche Pflanze geschädigt. Auch eine Schneedecke schützt nicht vor Unterkühlung. Gut bewährt hat sich die Auskleidung der Innenwände der Tröge mit 2 cm starken Styroporplatten, die der Isolation dienen.

Die Wasserversorgung muß immer wieder überprüft werden, noch wichtiger ist die Verhinderung von Staunässe durch eine gut funktionierende Dränage. Diese kann aus groben Materialien, wie Kies, Blähton usw., bestehen, je nachdem, welche Last der Balkon oder das Dach aushält. Damit keine Humusstoffe die Dränage beeinträchtigen, muß über die durchlässige Schicht ein Spinnvlies (z. B. Lutraflor oder Tera-Tel) gelegt werden. Erst dann kann die Erdmischung eingebracht werden.

Die Erde muß bei Dauerbepflanzung luft- und wasserdurchlässig
sein, sie darf sich nicht in kurzer Zeit zersetzen, sonst ergeben sich unangenehme Sackungen im Gefäß.

Einfacher ist es bei den üblichen Balkonblumen, bei denen jährlich die Erde gewechselt wird. Hier nimmt man eine der bewährten käuflichen Balkonblumenerden, die schon einen bestimmten Düngeranteil aufweisen.

Es ist ferner zu beachten, daß ein Balkongarten im obersten Stockwerk eines Hochhauses anderen Belastungen ausgesetzt ist als ein Terrassengarten in Bodennähe. Besonders der Wind kann dort oben höhere Pflanzungen unmöglich machen.

Im allgemeinen brauchen Pflanzen zum Gedeihen viel Licht. Auf der Südseite werden wir also besonders gute und gedrungene Pflanzen erhalten, doch können Licht und Wärme dort für andere Gewächse schon zuviel sein. Auf der Südseite gedeihen neben fast allen Balkonpflanzen besonders gut die graulaubigen Stauden und Zwerggehölze, aber auch die herrlichen Sukkulenten.

Auf Terrassen an Ost- und Westseiten lassen sich empfindliche Gewächse oft besser ziehen als in praller Sonne.

Probleme bereiten dagegen reine Nordlagen, besonders für die sonnenliebenden Balkonblumen. Doch auch hier gibt es geeignete Gewächse für die Dauerbegrünung, so daß auf Pflanzen nicht verzichtet werden muß, ja, es gibt besonders interessante Schönheiten, denken wir nur an die vielen Farne und Schattengräser.

Beim Hausbau sollte man bereits einige Überlegungen anstellen, welche Materialien für die Außenhaut in Frage kommen und wie diese auf die spätere Bepflanzung wirken. Helle Beläge oder Putze reflektieren das Licht besonders stark, Verbrennungen können die Folge sein.

Besser geeignet sind dunkle Tönungen oder Holzwände, eine Überhitzung findet kaum statt. Das Grün der Blätter und die meisten Blütenfarben heben sich auch besser von solchen natürlichen Werkstoffen ab.

Man kann also durch unterschiedliche Materialien durchaus das Kleinklima eines Balkons beeinflussen.

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