Betongefäße, selbst gebaut

By | November 14, 2017

Betongefäße, selbst gebaut

Da echte Natursteintröge Mangelware sind, bleibt als Ausweg das Selbstherstellen von »Naturtrögen«. In Großbritannien wurde diese Methode zuerst entdeckt. Als Ersatz für Tuffstein nahm man eine Mischung aus Torf, Sand und Zement, vermischte alles mit Wasser und goß diese Mischung in eine vorbereitete Form. Manchem Betonfachmann sträubten sich bei dieser Mischung von alkalischem Zement und saurem Torf die Haare. Doch allen Spöttern zum Trotz hielten diese Tröge und sind nun ein preisgünstiger Ersatz für die unerschwinglichen echten Tröge.
Im Alpengarten von Pforzheim hat sich folgende Mischung für Tuffsteintröge bewährt: 1 Schubkarren feingesiebter Torf, 1 Sack Zement und 1,5 Schubkarren gewaschener Quarzsand. Damit läßt sich ein Trog herstellen mit den Kantenlängen 100 x 45 x35 cm und 8 cm starken Wänden; es bleibt sogar noch etwas übrig für kleinere Behälter.

Nach wenigen Tagen sieht ein solcher Trog wie ein alter verwitterter Steintrog aus, man muß lediglich die Kanten und Wände etwas bearbeiten. Dies geschieht mit Stahlbürste und Meißel. Abflußlöcher werden beim Gießen gleich mit vorbereitet und zu diesem Zweck entsprechend lange Holzstückchen auf die Außenschalung genagelt. Den Schalkern bildet ein Styroporblock, den man auf die entsprechenden Innenmaße des zukünftigen Troges zugeschnitten hat.

Wem dies alles zu mühsam ist, der läßt sich vom Baustoffhandel Betontröge in der gewünschten Form und Größe anliefern. Es gibt quadratische, rechteckige, runde, aber auch sechs- oder achteckige Gefäße. Die Oberfläche kann glatt oder mit Struktur versehen sein. Am häufigsten werden Waschbetontröge angeboten, die sich fast überall verwenden lassen.

Da das Gewicht problematisch werden kann – ein Trog mit den Maßen 80x80x40 cm wiegt immerhin 300 kg -, erfand man zerlegbare Tröge. Mit Hilfe von Verbindungselementen werden einzelne Platten zu einem Trog zusammengesetzt. In seine Einzelteile zerlegt, läßt sich solch ein Trog also auch auf den Balkon einer Großstadtwohnung transportieren, wenn kein Lastenaufzug vorhanden ist, dann wird er zusammengesetzt und mit Substrat gefüllt.

Eine andere Möglichkeit bietet das Baukastensystem Wagner. Hier werden Rahmenteile in verschiedenen Höhen (11/22/33 cm) angeboten, das Rastermaß von Breite und Länge beträgt 50 cm. Ein dazu passendes Bodenteil komplettiert die Form. Hat man Transportprobleme, so nimmt man einfach mehrere Rahmenteile mit der geringsten Höhe und setzt diese an Ort und Stelle aufeinander. (Ein Rahmenteil 50 X100 cm wiegt mit 11 cm Höhe 41 kg, mit 22 cm Höhe mehr als das Doppelte.)

In öffentlichen Anlagen oder großen Gärten werden heute gerne die sog. Tri-6-Pflanzschalen verwendet. Sie bestehen aus zwei sechseckigen Elementen mit abgerundeten Kanten und sehen wirklich gut aus. Bei der Normalgröße (Durchmesser 2 m) wiegt das Bodenelement 580 kg, der obere Ring immerhin noch 280 kg. Da leistet ein Kran beim Versetzen gute Dienste. Für rationelles Arbeiten hat die Firma auswechselbare Einsätze entwik-kelt, die in der Gärtnerei fertig bepflanzt werden und leicht ausgetauscht werden können. Für den Hausgarten gibt es auch kleinere und daher leichtere Schalen, die aber nicht so elegant wirken wie die großen.

Übrigens lassen sich auch die bekannten U-Steine (40/50/40 cm) zu Trögen (ohne Boden) zusammenstellen.

Ideal ist es, wenn der Architekt schon bei der Planung an Pflanztröge gedacht hat, die gleichzeitig als Balkonbrüstung dienen und sich gut in das Gesamtbild einfügen.

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