Bodenbeläge – Materialien

By | Oktober 24, 2017

Statische Anforderungen

Bevor man nun auf einem Balkon schwergewichtige Kübel oder Tröge aufstellt, muß man sich vergewissern, ob der Balkon auch diese Belastungen aushält. Rasch kommen einige Zentner pro Quadratmeter zusammen.
Dasselbe gilt auch für Dachgärten. Normale Substrate einschließlich Randelemente bringen bei einer Füllhöhe von 25 cm eine Belastung von ca. 250 kg/m2! Geringere Substratstärken mit leichteren Materialien (Schaumstoffen) wiegen aber immer noch mindestens die Hälfte. Bei diesen Belastungen braucht man noch keine Befürchtungen zu haben. Im Zweifelsfalle befrage man einen Statiker.

Bodenbeläge

Der Belag eines Balkons kann aus verschiedenen Materialien bestehen. Frostsicher müssen sie aber alle sein.
Am einfachsten wäre ein Glattstrich über der Betonkonstruktion, der zur leichteren Pflege mit einer Kunststoffdispersionsfarbe angestrichen wird. Die Farben wähle man nicht zu hell, wegen der zu erwartenden Blendwirkung. Eine gute Lösung sind die verschiedenen flachen Klinker (z.B. Spaltklinker), die man in Zementmörtel verlegt und anschließend gut verfugt. Sie sind leicht sauber zu halten und unverwüstlich. Obwohl man hier auch Betonplatten verwenden könnte, eignen sich diese eher für die Terrasse.
Einige Tips zur Anlage eines Terrassenbelages:

Mindestens 3X4 m sollte eine Terrasse groß sein, damit man auch zu mehreren bequem um einen Tisch sitzen kann. Soll der Belag auch noch nach vielen Jahren einwandfrei liegen, sollte man die Mehrkosten nicht scheuen und eine freitragende Betonplatte in Art eines Balkons gießen lassen. Die Armierung wird am Hausfundament angehängt und eventuell durch zusätzliche Punktfundamente gesichert. Darauf verlegt man die gewünschten Platten in Mörtel.

Wenn man die Platten nur in ein Sandbett verlegt (Unterbau aus ca. 15-20 cm Schotter), werden sich im Laufe der Zeit immer wieder Sak-kungen einstellen. Besonders im Bereich der Hauswand sind diese Setzungen häufig, weil der beim Hausbau notwendige Arbeitsraum nicht ausreichend verdichtet werden konnte. Man kann nachträglich diese Hohlräume am einfachsten mit dem Wasserschlauch verdichten, indem man langsam Wasser einsik-kern läßt. Dennoch bleibt es nicht aus, daß der Belag immer wieder absackt und man gezwungen ist, die Platten alle paar Jahre aufzunehmen und neu zu verlegen.

Das Gefälle muß in jedem Fall mindestens 2 % vom Haus weg betragen (also 2 cm Höhenunterschied pro Meter). Bei stärkerem Gefälle stehen die Gartenmöbel zu schräg, es ist kein gemütliches Sitzen mehr möglich.

Ist die Terrasse überdacht, dann kann man die Terrasse in gleicher Höhe wie die Türschwelle anlegen, um ein ungestörtes Fahren mit dem Teewagen zu ermöglichen. Ganz ideal ist die Einheit von Haus und Garten, wenn der Belag des Zimmers und der Terrasse aus gleichem Material besteht, z. B. aus Granit oder Sandstein. Meist legt man allerdings die Terrasse wenige Zentimeter tiefer, um das Eindringen von Kleintieren, Schnee und Wasser zu unterbinden. Auch eine Stufe von ca. 15 cm Höhe ist für diesen Zweck eine brauchbare Lösung. Gestalterisch kann auch die Anordnung von mehreren Stufen begründet werden, obwohl dies nicht so bequem ist. Aber man vermeidet damit eine oft unschöne Auffüllung der Terrasse und fühlt sich nicht so sehr auf dem Präsentierteller.

Als Terrassenbelag ist neuerdings wieder Holz gefragt. Holz hat allerdings keine lange Lebensdauer, auch wenn die Imprägnierung noch so gut ist. Leicht siedeln sich Algen und Pilze darauf an und machen den Belag rutschig, besonders im Schatten.

Rechteckiges Holzpflaster eignet sich besser als Terrassenbelag als Rundholzpflaster, die Fugen sind enger und ergeben somit eine bessere Standfestigkeit für Gartenmöbel. Holzroste sind in Skandinavien sehr beliebt als Belag für Terrassenflächen. Sie bestehen aus gehobelten Hartholzbrettern, die auf Kanthölzer aufgeschraubt sind. Man verwendet sie am besten bei überdachten Sitzterrassen. Erhältlich sind sie in quadratischen Feldern bis zu 1,20 X 1,20 m. Sie sollten so verlegt werden, daß das Wasser immer versickern kann. Zu diesem Zweck muß eine Unterkonstruktion aus stabilen Kanthölzern hergestellt werden, die man in ein Kiesbett legt. Darauf werden dann die Felder aufgeschraubt.

Haltbarer sind Beläge aus Platten aller Art. Am preiswertesten sind die verschiedenen Betonplatten, die man nicht in auffälligen Farbtönen verwenden sollte. Rauhe Oberflächen bieten Schutz vor winterlicher Glätte. Schön sind auch die unterschiedlichen Waschbetonplatten, die mit Vorsätzen aus Kies, Splitt u. a. hergestellt werden, wobei sich runde, mittelgroße Kieskörnungen am besten bewährt haben. Gebrochener Marmorsplitt oder heller Quarzkies blenden bei Sonnenbestrahlung sehr stark.

Die Platten sind meist 5 cm dick.
Die häufigsten Größen sind: 25 X 50 cm, 50 X 50 cm, 50X75 cm, 20 X 40 cm, 40 X 40 cm, 40 X 60 cm, 100 X 100 cm. Größere Flächen aus dem gleichen Material können oft langweilig wirken, weshalb man andere Farben und Formen zur Auflockerung einstreuen sollte. Gut passen immer wieder Bänder aus Klinker oder Pflastersteinen zu diesen preiswerten Materialien. Natursteinplatten sind schöner, aber auch teurer als Betonsteine. Die sogenannten Hartgesteine, wie Granit, Quarzit und Gneis (alle in verschiedenen Grautönen) und Porphyr (braunrot), sind praktisch unverwüstlich. Dem dichten Kristallgefüge der Steine schadet auch das Streuen mit Salz im Winter nicht. Bei Sedimentgestein, also Kalk-und Sandsteinplatten, können dadurch leicht die Beläge zerstört werden. Nehmen wir im Garten lieber nur abstumpfende Mittel (wie z. B. Sand) zum Streuen, denn auch die Pflanzen werden durch Streusalz geschädigt.

Sandsteine gibt es in den verschiedensten Farbtönen; gelb, grünlich und rot sind die wichtigsten. Kalksteine gibt es in allen gelb-grauen Tönen. Je nach Vorkommen ist die Haltbarkeit der Ablagerungsgesteine unterschiedlich, besonders gut halten die kieselsäuregebundenen Sandsteine. In Gegenden, die einen hohen Gehalt an Schwefeloxiden in der Luft aufweisen, zerfallen viele Natursteine nach relativ kurzer Zeit. Neben den Hartgesteinen eignen sich dann nur noch die Betonfabrikate.

Natursteinplatten gibt es mit bruchrauher Oberfläche in vielen Formaten. Besonders preiswert sind die unregelmäßigen Platten, die später den Vieleckverband ergeben. Das Einpassen der Platten erinnert stark an ein Puzzle, nur daß hier alle Kanten nachbearbeitet werden müssen, eine zeitraubende Angelegenheit. Je enger die Fugen sein sollen, um so mehr Platten werden benötigt. Man kann dabei durchaus einen Verschlag von 25 % einrechnen. Wenn man den erhöhten Zeitaufwand des Verlegens dazurechnet, sind diese Platten gar nicht mehr so preiswert. Aber sie ergeben einen herrlichen Belag.

Die regelmäßig behauenen und gesägten Platten lassen sich am einfachsten in Reihen verlegen. In Verbindung mit Pflastersteinen lassen sich auch hier eine Vielzahl schöner Muster anfertigen.

Zum Verlegen benötigt man für alle Beläge einen Unterbau aus 15-20 cm Schotter oder ähnlichen Materialien, die gut verdichtet werden. Darauf legt man die Platten in ein Sandbett von etwa 5 cm Stärke. Mit dem Fäustel und einem Hartholzbrettchen werden sie abgeklopft, bis sie in der richtigen Höhe liegen. Seitliches Unterstampfen fördert die satte Lage.

Pflastersteine in den verschiedenen Größen und Farben lassen sich vielseitig verwenden. Größere Steine oder gar runde Flußkiesel eignen sich aber weniger für einen Terrassenbelag, der Frühstückstisch wak-kelt praktisch immer.

Für Garageneinfahrten werden seit einigen Jahren immer mehr Betonverbundsteine unterschiedlichster Art verwendet. Sie sind auch als Terrassenbelag möglich.

Das Verlegen von Verbundpflaster weicht vom Plattenlegen etwas ab, weil der 6 oder 8 cm starke Stein auf eine fertig planierte Sandfläche mit Schotterunterbau verlegt wird. Erst wenn die ganze Fläche fertig ist, wird abgestampft oder abgerüttelt.

Schön sind die warmen Töne der Gartenklinker, die in vielen Mustern verlegt werden und eigentlich zu fast jedem Gebäude passen.

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