Form und Farbe Gefäßen

By | November 14, 2017

Im vorigen Kapitel wurde bei den verschiedenen Gefäßen immer wieder von mehr oder weniger brauchbaren Formen und Farben gesprochen. Die Form eines Gefäßes soll im allgemeinen schlicht und einfach sein, denn normalerweise stellt der Behälter nur eine Möglichkeit dar, weitere Pflanzplätze zu schaffen. Daß sich einfache Formen im Laufe der Zeit zu Schmuckformen entwik-kelten, ist zu verstehen, wenn man kunstvolle Gärten der Villen und Schlösser aus der Zeit der Renaissance gesehen hat. Die Gefäße waren damals Teil der Gartenarchitektur und sind es in der entsprechenden Umgebung auch heute. Wenige, aber auserlesene Gefäße machen zum Beispiel den Reiz eines italienischen Gartens aus, sie wirken vornehm und nicht überladen. Man muß auch bedenken, daß die früheren Gärten artenarm waren, verglichen mit der Vielfalt an Pflanzen, die wir zur Auswahl haben. Ein buntes Allerlei von Gefäßen der unterschiedlichsten Formen und Materialien mag zwar interessant sein, aber eine ruhige Wirkung ist damit nicht zu erzielen. Beschränken wir uns also auf wenige, aber schöne Formen, sonst bekommt die Terrasse das Aussehen einer Ausstellung der Baustoffhandlung.

Eine praktische Form hat immer ein Gefäß mit senkrechten oder sich nach unten verjüngenden Wänden. Einerseits hat man eine große Pflanzfläche zur Verfügung, andererseits ist das Umpflanzen gut möglich, wenn der Behälter eines Tages zu klein geworden ist. Seien Sie also vorsichtig mit krugartigen Töpfen, so schön sie auch sein mögen. Sie sind nicht geeignet für Solitärpflanzen, wie z. B. Agaven oder Oleander. Beim Umpflanzen muß entweder der Wurzelballen beschädigt werden, oder der Topf geht entzwei. Gefäße dieser Form sind allerdings für kurzlebige Sommerblumen, Erdbeeren oder auch alpine Stauden geeignet.

Auch die Farbe muß in diesem Zusammenhang angesprochen werden. Vornehm wirken in jedem Falle Farben, die sich unterordnen und nicht aufdringlich wirken, denn die Pflanzen mit ihren unterschiedlichen Blattformen, Grüntönen und leuchtenden Blütenfarben sollen zur Geltung kommen. Dazu passen meist nur graue, braune oder rotbraune Gefäße.

Auch Weiß wirkt vornehm, aber meist nur solange die Gefäße neu sind. Sind die Farben der Gefäße zu grell, dann wirken sie nur für sich, und die Pflanzen sind Nebensache; eigentlich sollte es umgekehrt sein. Sie sehen also, welche Bedeutung den Formen und Farben der Gefäße zukommt. Bei der Bepflanzung von Balkonkästen spielt auch die Farbe der Hausfassade oder der Balkonverkleidung eine große Rolle. Die Blütenfarben sollten sich auf alle Fälle von der Hauswand abheben und sich dadurch in der Wirkung steigern.

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