Windschutzwände Materialien

By | November 14, 2017

Materialien

Die zur Herstellung eines Sichtschutzes verwendbaren Materialien sind vielfältig. Einfache Maßnahmen, wie Segeltuch oder Schilfmatte, sind preiswert, aber auch relativ kurzlebig.

Für einen Sicht- und Windschutz aus Segeltuch muß zuerst ein Lattengerüst erstellt werden, darauf wird dann das Tuch gespannt. Verschiedene strapazierfähige Markisenstoffe sind im Handel in unterschiedlichen Farben und Mustern zu erhalten. Man lasse sich auch bei der Bestellung die Tücher mit Ösen versehen, damit man sie dann mit einer stabilen Perlonschnur spannen kann. Da die Plane im Herbst wieder abgenommen wird, darf diese Konstruktion nicht dicht zugepflanzt werden.

Ein stabileres Gerüst ist für die Befestigung einer Schilfrohrmatte notwendig. Im Handel sind diese Matten in Größen von 1,50-1,70 m Höhe und ca. 2,00 m Breite erhältlich. Schilfrohr wird jährlich in großen Mengen am Neusiedler See geschnitten und mit Draht und ausdauernden Schnüren zu diesen Matten verarbeitet. Im Gartenbau dienen sie zum Abdecken von Kastenquartieren. Für unsere Zwecke wird zunächst das stabile Lattengerüst

erstellt. Dazu werden Rundholzpfosten im Abstand von 1,20-1,50 m senkrecht eingeschlagen und mit 3 Reihen Dachlatten waagrecht verbunden. Auf dieses Gerüst werden nun die Matten mit 10 cm Bodenfreiheit angenagelt. Mt einjährigen Schlingpflanzen läßt sich diese Konstruktion etwas auflockern. Ausdauernder und schöner sind Wände aus Holz. Auch diese lassen sich mit einigem Geschick selbst herstellen.

Grundsätzlich ist darauf zu achten, daß alle Holzteile, die im Freien verwendet werden, vorher imprägniert werden. Am einfachsten und dauerhaftesten ist für den Verwender die Tiefdruckimprägnierung im Werk. Dennoch müssen die Holzteile dann alle 2-3 Jahre mit einem Anstrich versehen werden, um das Holz vor Fäulnis zu schützen. Besonders gefährdet sind die Hölzer immer an der wechselfeuchten Zone in Bodennähe. Setzt man die Holzpfosten in Einkornbeton, der wasserdurchlässig ist, oder umhüllt die Pfosten mit Bitumenpappe an der gefährdeten Stelle, ist eine längere Lebensdauer zu erwarten.

Als Anstrich für solche Rankgerüste sollte man immer ein Mittel nehmen, das pflanzenunschädlich ist, z. B. Holz-Fluid, TC-201 oderBondex. Das häufig benutzte Karbolineum entwickelt bei Wärme Dämpfe, die den Pflanzen schaden. Auch vor farbigen Lacken muß gewarnt werden. Nach kurzer Zeit blättert der Lack ab, und wegen der Rankpflanzen ist eine Neulackierung schwer durchführbar. Farblose Lasuren sind für diesen Zweck am besten.

Verwendet man afrikanische Harthölzer (z. B. Bongossi), braucht man sich um einen Anstrich nicht zu kümmern. Sie werden von Schadpilzen und Insekten kaum angegriffen und halten Jahrzehnte ohne Schutzanstrich.

Flechtzäune sind aus diesem Material besonders beliebt. Man benötigt dazu Kantholzpfosten (8×8 cm) in einer Länge von 2,20-2,60 m, je nach der vorgesehenen Zaunhöhe. Man läßt sie 60-80 cm in den Boden ein und richtet sie mit Schnur und Wasserwaage aus. Die Pfosten werden in einem Abstand von 1,20-1,50 m versetzt und verkeilt oder besser in Beton gesetzt. Nun können die schmalen Flechtstreifen aufgeschraubt werden. Diese Lamellen sind 10 cm breit und 5-6 mm stark und werden in Längen von 4-5 m geliefert. Am besten beginnt man unten und führt die Streifen abwechselnd vor und hinter den Pfosten entlang. Das Holz ist so hart, daß man mit Nägeln keinen Erfolg hat und die Schraublöcher mit dem Elektrobohrer herstellen muß. An den Enden werden immer zwei Löcher gebohrt, da sich die Streifen sonst wellen können. Man sollte Messingschrauben zur Befestigung benutzen, damit man später keinen Ärger mit Roststreifen hat. Möchte man die Flechtstreifen senkrecht verlaufen lassen, benötigt man weitere, waagrecht angebrachte Latten zur Stabilisierung.

Es geht auch einfacher, wenn man gleich vorgefertigte Felder bestellt, die senkrechten Pfosten im richtigen Abstand betoniert und die Felder darauf schraubt. Über die Maße geben die Zaunhersteller oder Holzhandlungen gerne Auskunft. Eine preiswerte Sichtschutzwand, die ohne großen Aufwand zu erstellen ist, bietet das »Schwarzwälder Holzgeflecht«. Vom Hersteller erhält man ein Bund halbrunder Stäbe von ca. 1,50 m und 3 Rundstäbe von 2,00 m Länge. Diese werden etwa 50 cm tief in den Boden getrieben, in vorgegebenem Abstand, dann beginnt das Flechten. Ohne Verschraubungen kann man ein solches Feld (1,50 X 1,50 m) in 15-20 Minuten aufbauen.

Ähnlich verfährt man, wenn man ein Rankgerüst aus dünnen runden Stangen erstellen will. Die Stangen werden waagrecht an Rundhölzer angenagelt und ergeben einen Zaun, der auf beiden Seiten gleich gut aussieht.

Verwendet man stärkere Rundhölzer senkrecht, so spricht man von Palisaden. Sie eignen sich auch als Sichtschutz, noch besser aber zur Abstützung von Erdreich im Hanggelände. Bitumenpappe schützt an der Bergseite die Hölzer vor Feuchtigkeit und dadurch vor Fäulnis. Rankgerüste aus Dachlatten ergeben einen guten Halt für Kletterpflanzen, schützen aber weniger vor störenden Einblicken. Wenn man breite Bretter verwendet und diese abwechselnd vor und hinter einbetonierten Rundstahl- oder Holzpfosten einzwängt, erzielt man eine interessante Wirkung.

Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, Holz für diesen Zweck einzusetzen, daß man gar nicht alles aufzählen kann.

Der Vollständigkeit halber muß noch erwähnt werden, daß auch ein engmaschiges Baustahlgewebe als Rankhilfe dienen kann. Allerdings muß es auf einen Rahmen aufgeschweißt und das Ganze feuerverzinkt werden, nur so ist eine dauerhafte Lösung möglich.

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