DACHBEGRUNUNG – Blumen und Gräser für ein buntes Dach

By | April 3, 2016

Wenn Sie Ihr Dach nach unserer Anleitung aus den letzten beiden Heften für die attraktive Begrünung vorbereitet haben, kommen jetzt die Pflanzen selbst zu ihrem Auftritt: Hier sind Dachwurz & Co.

Wer Geduld hat, kann es dem Zufall überlassen, was auf seinem Dach wächst. Denn wie auf jeder brachliegenden Fläche entwik-keln sich auch hier im Lauf der Zeit ganz ohne menschliches Zutun vielfältige Pflanzengesellschaften. Damit sich das neue Dach aber bald in bunter Pracht zeigt und sich so schnell wie möglich ein Wurzelfilz entwickelt, der das Pflanzsubstrat festhält, ist eine Grundbeplan-zung sinnvoll. Welche Pflanzen sich eignen, hängt davon ab, ob das Dach in voller Sonne, im Halbschatten oder Dauerschatten liegt.

Die üppigste Blütenpracht entwickelt sich auf besonnten Dächern: Hier wachsen vor allem Dickblattpflanzen (Sukkulenten) wie Dach- und Hauswurz, die in ihren Blättern Wasser speichern und so auch längere Trockenzeiten überstehen können. Zu ihnen gesellen sich Gräser und Wiesenblumen, die zu Trockenrasengesellschaften gehören. Alle diese Pflanzen lieben kalkhaltigen Boden. Ideal ist eine Mischung aus 50 Prozent Kies, Lava oder Blähton, 25 Prozent Lehm, 25 Prozent guter Gartenerde.

Im Halbschatten, wo der Boden selten ganz austrocknet, wachsen eher Gräser und Wiesenblumen, die Feuchtigkeit brauchen wie z. B. Ackervergißmeinnicht, Storchschnabel, Lichtnelke. Der Boden kann hier (ähnlich wie normaler Gartenboden) leicht sauer sein. Die Mischung mit Sand oder Blähton garantiert, daß keine Staunässe entsteht. Im Dauerschatten haben es Pflanzen sehr schwer, und so wird auf dem Dach außer Moosen und Flechten kaum etwas wachsen. Solche Dachflächen eignen sich deshalb auch nur sehr eingeschränkt für eine Begrünung.

Der einfachste Weg, Grünes aufs Dach zu bekommen, ist Rollrasen. Geliefert werden dicht durchgewurzelte Bahnen, die im Lauf der Zeit etwas schütter werden und Platz für Wildkräuter oder Sukkulenten lassen, die es mit kleinen Ballen zu kaufen gibt. Sinnvoll ist Rollrasen bei Dächern mit mehr als 10 Prozent Neigung, weil er das Substrat gut hält. Etwas mehr Geduld muß aufbringen, wer zunächst Stauden für eine lückenhafte Bepflanzung kauft oder sein grünes Dach selbst ansäen will. Saatgut umsonst findet sich an Weg- und Straßenrändern, auf Schutthalden oder alten Bauplätzen – Pflanzen, die dort gedeihen, kommen auch auf der dünnen Substratschicht zurecht. Am besten ist es, ganze Samenstände abzuschneiden und auf dem Dach (mit Steinen beschwert) auszulegen.

Die Alternative hierzu sind Samenmischungen mit Gräsern und Wildblumen, die inzwischen für die verschiedensten Standorte angeboten werden. Diese Samenmischungen sind auch gut geeignet, um die Lücken in dem nach spätestens einem Jahr ausgedünnten Rollrasen zu schließen.

Nach der Pflanzung wird das Dach sich selbst überlassen, es wäre widersinnig, „Unkraut“ zu zupfen, weil ohnehin nur das gedeiht, was dem Standort angepaßt ist. Einzige Ausnahme sind Keimlinge von Gehölzen: Größere Pflanzen können vom Wind entwurzelt werden und würden dann Substrat und Wurzelgeflecht mitnehmen. Nur in langen Trockenperioden in heißen Sommern wird das Dach mal mit dem Gartenschlauch gewässert – die einzige Pflege, die je nötig ist.

Dicke, ledrige Blätter sind das Kennzeichen der Sukkulenten wie Dach- und Hauswurz (Sedum- und Semper-vivum-Arten). Es gibt unendlich viele verschiedene Sorten, die schon wegen ihrer unterschiedlich gefärbten Blattrosetten wunderschön aussehen, aber zudem auch noch üppig blühen.
Gute Nachbarn sind Thymian, Mauerpfeffer, Leinkraut, Salbei oder Karthäusernelke.

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