Gut für alle Fälle: Folien & Co

By | April 14, 2016

Gegen Unkraut im Gemüsebeet, gefräßige Insekten oder kalte Winde und heftigen Regen helfen Folien, Vliese und Papier. Kunststoffe im Garten sind nicht bei allen Gärtnern beliebt. Doch als Folien richtig eingesetzt, ermöglichen sie frühere Ernten und helfen, Chemie zu sparen. Die Palette der Produkte ist in den vergangenen Jahren erheblich größer geworden: Zu den bekannten Folien und Vliesen sind Planen aus organischem Material hinzugekommen, die verrotten.
•    Dicke, transparente Folien, die kein Wasser durchlassen, werden für Tunnelbeete verwendet, bei denen Metall- oder Kunststoffbügel überspannt werden.
•    Transparente Schlitzfolien werden als Wachstumsfolien bezeichnet: Nach der Aussaat wird das Beet damit abgedeckt. Wenn die Pflanzen wachsen, dehnt sich die Folie mit, weil die Schlitze sich öffnen und mehr Wasser und Luft durchlassen.
•    Gelochte, transparente Folie eignet sich, um empfindliche Pflanzen die ganze Vegetationsperiode über gegen Kälte und Regen zu schützen. Aus dem Material sind die Schläuche, die z. B. als Tomatenhauben dienen.
•    Weißes Vlies wird zum Abdecken der Tunnelbeete verwendet, wenn es den Pflanzen darin zu warm wird. Das Vlies bietet Schutz gegen fliegende Insekten und starken Regen .
•    Schwarzes Vlies ist ideal zum Mulchen, denn es verhindert Unkrautwuchs und trägt zur Erwärmung des Bodens bei. Das spart Dünger, weil die höhere Bodentemperatur die Stickstoffmineralisierung aktiviert. Außerdem wird z. B. Stickstoff auch bei starkem Regen nicht ausgewaschen, weil das Wasser langsam und gleichmäßig durch das Vlies dringt.
•    Auch mindestens sechs Mikrometer dickes weißes Vlies eignet sich zum Mulchen. Es läßt in dieser Stärke kein Licht durch, verhindert so Unkraut, reflektiert gleichzeitig Helligkeit und läßt die Pflanzen schneller wachsen (Preislage wie schwarzes Vlies).
•    Vlies aus organischem Material erfüllt die zuvor genannten Zwecke ebensogut, es verrottet aber von selbst und muß nicht entsorgt werden (Preislage wie schwarzes Vlies).
•    Papierbahnen werden ausschließlich zum Mulchen verwendet, sind aber schwerer zu bekommen als Folie und Vlies. Eine gute Alternative zum Mulchpapier ist Packpapier oder unbedruckter Karton. Egal, welches Material und wie es verwendet wird: Die Bahnen müssen an den Rändern mit Erde, Steinen oder Brettern abgedeckt werden, damit der Wind nicht daruntergreifen und sie hochwirbeln kann.
Mulchbahnen dürfen nur auf lockerem Boden verlegt werden, in dem Wasser leicht versickert. Bei verfestigtem Boden entsteht leicht Staunässe. Folien-, Vlies- oder Kokosbahnen, die über oder zwischen Pflanzreihen verlegt wurden, kann man gut wiederverwenden, wenn sie zum Lagern auf Papprollen (z. B. Teppichkern) aufgerollt werden.

Schutz von unten und von oben: Papier, Folie, Vlies, Kokosmatten
Schwarzes Mulchpapier wird lok-ker über das Pflanzbeet gelegt. Für die Jungpflanzen schneidet man einfach Löcher oder Schlitze ins Material.
Mulchvlies wird ebenso behandelt wie das Papier. Soll es wiederverwendet werden, legt man die Bahnen links und rechts der Pflanzenreihe, statt Löcher zu schneiden.
Organisches Mulchvlies ist so dick, daß es Unkrautwuchs verhindert. Mit seiner hellen Farbe reflektiert es viel Licht. Es wird zum Pflanzen eingeschnitten.
Kokosmatten, die als Böschungsmatten für den Teichbau angeboten werden, halten den Boden warm, lassen kein Unkraut durch und sind sehr haltbar.
Schlitzfolie dehnt sich mit dem Größerwerden der Pflanzen aus und schützt sie gegen fliegende Insekten, kalte Winde und starke Regenfälle.

Nicht nur für Pflanzen
• Gepflasterte Wege werden im Lauf der Zeit grün, weil Unkräuter in den Fugen wachsen. Man kann das durch eine Lage Vlies unter den Steinen verhindern: Von unten kann nichts durchwachsen, doch das Regenwasser versickert trotzdem im Boden, weil Vlies wasserdurchlässig ist. Auch unter Kieswegen ist Vlies praktisch.
• Rasenflächen, die in Beete umgewandelt werden sollen, müssen normalerweise umgegraben werden. Leichter geht die Verwandlung, wenn man die Flächen ein Jahr lang mit schwarzer, wasserundurchlässiger Folie abdeckt: Das Gras stirbt ab, zurück bleibt lockere Erde. Das Ganze geht noch schneller, wenn man vorher Kompoststarter auf das Gras streut.
• Zum Kompostieren von Laub sind schwarze Foliensäcke praktisch. Mit schichtweise eingestreutem Kompoststarter beschleunigt man die Verrottung.

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