Kleingärten

By | September 19, 2017

Kleingartenanlagen sind oft eingebettet in Grünzüge und Parkanlagen. An den öffentlich zugänglichen Durchgangswegen befinden sich vielfach wegbegleitende Schmuckpflanzungen. Sie sind durchsetzt mit großen dekorativen Zier-gehölzen und Stauden, die in den Gärten keinen Platz haben. Dauerblühende Strauchrosen stellen in den Rabatten farbliche Höhepunkte dar.

Für Kleingartenanlagen ist eine äußere Einfriedung erforderlich, die aus Maschendraht mit Betonpfosten bestehen kann. Ringsum sollte Platz für eine etwa 3 m breite Gehölzpflanzung sein. Als Windschutzpflanzung ist sie mit Bäumen wie Linde, Ahorn und Hainbuche durchsetzt. Zur Bienenweide werden frühblühende Weiden gepflanzt sowie Gehölze, die in Trachtlücken Honig und Pollen spenden. Dem Vogelschutz dienen Sträucher mit Dornen und enger Verzweigung wie bei Feuerdorn und Schlehe. Vogelfutter bieten fruchttragende Wildgehölze wie Eberesche, Holunder und Hartriegel an.

Im Inneren von Kleingartenanlagen sind in der Regel keine Zäune erforderlich. An den Wegen wird am besten eine bis 1,0 m hohe Hecke gepflanzt. Geeignet sind Liguster und Spiräen.

Alle diese Pflanzungen außerhalb der Gärten sollen sehr artenreich zusammengestellt sein, weil dadurch die biologische Schädlingsbekämpfung unterstützt wird.

Im Parzellierungsplan wird die Ab sicht verwirklicht, möglichst gleichartig geschnittene, gleichgroße Kleingärten zu erhalten. Als mittlere Größe werden 300 m2 vorgesehen. Am günstigsten sind rechteckige Parzellen mit Seitenlängen im Verhältnis 2:3, also 14 m x 21 m. Für die Arbeit im Garten ist ein etwas breiterer Zuschnitt günstiger als ein schmaler. Als Längsausdehnung ist die Nord-Süd-Richtung anzustreben. Es dürfen deswegen aber keine zu komplizierten und längeren Wegeführungen entstehen.

Mit der Einteilung der Gärten wird auch der Platz für die Lauben festgelegt. Sie sollen 3 m von den Grenzen entfernt im hinteren Teil des Gartens stehen. Das hat den Vorteil, daß innerhalb der Gartenanlage optisch zusammengefaßte Baukörper und zusammenhängende größere Gartenflächen entstehen. Auch für Benutzer der Durchgangswege ist es schöner, wenn sie auf den Hauptteil des Gartens blicken. Da Lauben, vor allem bei Neuanlagen, wenn Bäume und Sträucher noch niedrig sind, das Gesamtbild beherrschen, ist auf die Auswahl der Typen großer Wert zu legen. Die Laube bleibt das einzige Bauwerk im Garten. Garagen, Schuppen und freistehende Toiletten oder Ställe dürfen nicht gebaut werden. Wie der Standort der Lauben sind in der Kleingartenanlage oft auch die Garteneingänge vorgegeben. Damit wird der Gefahr vorgebeugt, daß die Eingangswege schräg verlaufen oder den Garten ungünstig teilen. Zum Projekt für eine neue Kleingartenanlage gehört der Entwurf von Musterplänen für den speziellen Standort. So kann in vielen Jahren  gewonnene Erfahrung mitgeteilt werden und dem Kleingärtner bei seiner Arbeit zugute kommen.

Der Anbau von Obst und Gemüse gewinnt in den Kleingärten immer mehr an Bedeutung, deshalb wird die größte Fläche des Gartens dafür vorgesehen. Gute Erträge sind aber nur möglich durch sinnvolle Platzausnutzung und lückenlose Kulturfolge.

Da das Gemüse volle Sonne braucht, die Obstbäume aber Schatten werfen, muß man sich bei der Einteilung des Gartens zuerst entscheiden, wo Gemüse- und wo Obstflächen angelegt werden sollen.

Die zweite Überlegung zielt auf einen flüssigen Arbeitsablauf, der durch sinnvolle Ordnung und Wegeführung erleichtert wird; denn während der tägli chen Gartenarbeit muß wiederholt vom Gemüseland zum Kompostplatz, zum Wasseranschluß, zur Laube oder zum Saatbeet und zurück gelaufen werden.

Zweckmäßig ist, den Eingangsweg etwas seitlich anzulegen. Damit wird eine breite, gut zu bearbeitende Fläche als Gemüseland gewonnen, und an der an deren Seite können die Obstbäume gepflanzt werden. Diese Einteilung gibt den Gärten mit etwa gleichen Anteilen von Obst und Gemüse eine klare Gliederung, ohne daß sie gleichförmig ausse-hen; denn allein schon durch andere Sorten, verschiedene Blumen und Zierpflanzen erhält jeder Garten ein anderes Gesicht. Aus ästhetischen Gründen soll der Eingangsweg eine räumliche Beziehung zur Laube finden: Er kann auf die Vorlaube zuführen, auf eine Fenstermitte oder auch auf den Vorplatz. Nicht gut sieht es aus, wenn eine Laubenecke halb im Weg liegt. Eingangsweg und notwendige Wegeflächen um die Laube sollen befestigt sein mit wassergebundener Decke, Platten, Ziegelsteinen oder Pflaster vom Abbruch. Alle anderen Nebenwege sind festgetretener Boden.

Als Wegekanten am Eingangsweg eignen sich Betonplatten, die man selbst hersteilen kann, oder Ziegel, die als Läuferkante zu verlegen sind.eignen sich Betonplatten, die man selbst hersteilen kann, oder Ziegel, die als Läuferkante zu verlegen sind.
Besonders schön sind polsterbildende Stauden am Wegrand. Rosen-und Beerenobsthochstämme in einer Blumenrabatte können den Weg begleiten.
Der Umgangsweg um die Laube läßt sich an einer Stelle zu einem Sitzplatz oder einer Spielecke für die Kinder erweitern. In Laubennähe gehört auch der Platz für Küchenkräuter, Gewürze und Schnittblumen.
Eine Rasenfläche hat im Kleingarten ihre Berechtigung, wenn kleine Kinder dort spielen sollen. Bei schönem Wetter können auf dem Rasen leichte Gartenmöbel aufgestellt werden.
Die Zapfstelle für Wasser soll in der Nähe der Laube liegen. Falls ein Schöpf-becken aufgestellt werden soll, ist seine Lage an der Hauptverbrauchsstelle, also im Gemüseland, richtig. Nach diesen grundsätzlichen Bemerkungen zur Gestaltung von Kleingärten folgen jetzt einige Beispiele:
> Kleingarten für Obst- und Gemüseanbau, Nordsüdlage (300 m2),
> Kleingarten für Obst- und Gemüseanbau, Ostwestlage (300 m2),
> Kleingarten vorwiegend für Gemüseanbau (300 m2),
> Kleingarten vorwiegend für Obstanbau (300 m2),
> Kleingarten mit Spielfläche für Kinder (300 m2),
[> Kleingarten mit Hühnerhaltung (400 m2).
Auf den Plänen sind im wesentlichen die Standorte von Laube, Obstbäumen, Sträuchern und Beeten sowie die Wegeführung angegeben. Die Auswahl der Bepflanzung ist abhängig von Klima, Bodenverhältnissen und den persönlichen Wünschen der Kleingärtner.
Bei den Planbeispielen steht die Laube im rückwärtigen Teil des Gartens mit 3,0 m Abstand von den Grenzen.

Hinter der Laube sind stets Obstbäume gepflanzt. Sie übernehmen einen gewissen Windschutz für den Laubenbereich. Im Schatten eines Halbstammes findet der Kompost seinen Platz.

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