Alles über Speziallacke – Farben für schwierige Fälle

By | April 14, 2016

Für viele Oberflächen braucht man besondere Lacke. Auf Eisen, Kunststoffen und Glas müssen leistungsfähige Farben verarbeitet werden.
Anstriche sind für die verschiedensten Bedingungen zusammengestellt, dazu entwickelt, unterschiedlichsten Verhältnissen standzuhalten. So gibt es hitzebeständige Anstrichmittel, die bei Einwirkung großer Hitze nicht zerstört werden, Lacke mit hoher Abriebfestigkeit für Fußböden bis hin zu Anstrichmitteln, auf deren Oberfläche Kreide haftet.
Bei Temperaturen von über 300 °C sind nur Silikonharze beständig. Pigmentiert mit Zinkstaub oder Eisenglimmer, sind diese Anstrichmittel sogar bei Temperaturen über 500 °C einsetzbar. Als hitzebeständige Pigmente werden besonders Titandioxid, Lithopone, Aluminium, Zinkstaub und Eisenglimmer verwendet. Heizkörperlacke zählen zu den Überzugs- bzw. Emaillelacken, die eine Hitzebeständigkeit von mindestens 90 °C haben. Sie werden aus Kunstharzlacken mit angeriebenem Aluminiumpulver hergestellt. Die neueste Generation von Heizkörperlacken besteht bereits aus wasserlöslichen Acryllacken. Diese haben den Vorteil, daß der heiße Heizkörper nicht extrem ausdünstet. Fußbodenfarben haben eine besonders hohe Abriebfestigkeit. Sie sind sehr flexibel und beständig gegen Öle, Wasser, Fette und Haushaltsreiniger. Sie werden auf Zement, Beton und Holz verarbeitet. Schultafellacke sind Öllacke, denen besondere Mattierungs- und Rauhmittel zugesetzt werden. Nur so kann mit Kreide darauf gemalt werden. Diese Spezialfarbe gibt es in schwarzer oder grüner Tönung. Die grüne Tönung wird am häufigsten verwendet, weil sie besonders beruhigend auf das Auge wirkt.

Imprägnierung – Naturasphalt wird als Nässeschutz für Hölzer verarbeitet, die mit dem Erdboden Kontakt haben. Diese Farbe wird aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. Als Grundierung für salzimprägnierte Hölzer wird Consolan Isoliergrund vor dem eigentlichen Endanstrich empfohlen. Er verhindert, daß die Imprägnierung braun oder grün durchschlägt.

Schutz vor Korrosion
Korrosion ist die von der Oberfläche ausgehende, durch chemische oder elektrochemische Einflüsse hervorgerufene Zerstörung des Untergrundes. Die Korrosion von Stahl oder Eisen ist als Rost bekannt, aber auch Holz oder Kunststoff verwittert durch Korrosion. Rostbeständige Anstrichstoffe enthalten oft spezielle Pigmente wie Bleimennige, Eisenglimmer oder Zinkstaub.
Metallisch reines Eisen sollte nach der Entrostung sofort gegen Rostbildung geschützt werden. Während die Grundanstriche die Rostbildung verhindern, sollen die Deckanstriche die schützende Wirkung der Grundanstriche möglichst lange und dauerhaft erhalten.
Aluminium, ein Leichtmetall, wird heute in zunehmenden Maße verwendet. Als Nichteisenmetall rostet es zwar nicht, überzieht sich dafür an der Oberfläche allerdings mit einer schützenden Oxydschicht. Gegen Chemikalien ist es aber nicht beständig. Darum ist besonders in Industriegebieten ein Schutz des Metalls durch anspruchsvolle Anstriche notwendig.
Viele der angebotenen Schutzfarben sind bereits für die unterschiedlichsten Untergrundmaterialien geeignet. Mit Zinkstaubfarbe z.B. können genauso gut Kunststoffe (Dachrinnen, Fallrohre usw.) wie auch Metalle vorbehandelt werden. Ein anschließender Überzugslack garantiert einen dauerhaften, beständigen Schutzanstrich.
Kupfer- und Messinguntergründe haben eine besonders glatte Oberfläche und müssen deshalb sorgfältig angerauht werden. Zur Erhaltung des metallischen Farbtons werden Messing und auch Kupfer mit Klarlacken überzogen.

Spezielle Effektanstriche
Effektanstriche trocknen mit besonderer Oberflächenwirkung auf. Die Effekte werden vom Bindemittel, von den Pigmenten oder durch spezielle Zusätze bewirkt, wobei gerade Schwächen oder Fehler der Anstrichmittel für die besondere Wirkung sorgen. So bewirken Silikontröpfchen, daß sich Krater bilden. Auf diesem Prinzip beruht Hammerschlaglack. Runzellacke enthalten übermäßig viel Trockenstoffe, so daß die Oberfläche schneller trocknet und Runzeln bildet. Reißlack bildet Krakeleeffekte, weil der Aufbau des Anstrichs verkehrt ist: Der harte Oberflächenlack verträgt sich nicht mit der weichen Grundierung.
Bei Marmor- und Spinnweblacken wird Chlorkautschuk versprüht, der, wenn er an die Luft kommt, Fäden zieht. Metalleffektlacke haben Aluminiumpigmente, die im noch feuchten Lack an die Oberfläche schwimmen und so den Glitzereffekt hervorrufen. Glühlampen-Tauchlacke basieren auf Zelluloselack (Nitro), die schnell auftrocknen. Glühlampen werden in den Lack getaucht und können nach kurzer Trockenzeit verwendet werden. Der Lack bildet eine feine durchscheinende Schicht. Auch mit Klarlack lassen sich besondere Effekte erzielen. So bekommen Kupfer- und andere Metallic-anstriche einen zusätzlichen Hochglanzeffekt und Tiefenwirkung, wenn diese Farben mit einem Klarlack überzogen werden. Bei matten Bastelfarben wird durch Klarlack ein besonderer Schutz der Oberfläche erzielt. Klarlack wird in Dosen oder als Spraylack angeboten. Er eignet sich außerdem als Schutzlackierung für Autofelgen aus Aluminium und anderen Nichteisenmetallen sowie zum Versiegeln stark saugender Untergründe wie z. B. Holz.

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