Alternative Dachmaterialien – Von Holz bis Zink: stilvoll und haltbar

By | September 12, 2017

Natürliche Hausdächer gibt es neben Stroh und Gras z. B. auch aus Kupfer und Zink.

Jedes Material hat seine Qualitäten.

Natürliche Dachdeckungen haben Tradition. Je nach den regional vorhandenen Baumaterialien gab und gibt es viele Dächer aus Holz, Schiefer, Kupfer und Reet. Stroh, dem Reet sehr ähnlich, wird heute kaum noch eingesetzt. Früher ein Abfallprodukt der Roggenernte, gibt es heute so gut wie keine Sorten mehr, die kräftig und langstielig wachsen. Reet, auch Ried, Schilf oder Rohr genannt, wird noch auf Dächern verlegt. Kosten: ca. 100 EUR je m2, Haltbarkeit: ca. 50 Jahre.

Dachbegrünung

Begrünte Dächer gibt es schon seit mehr als tausend Jahren. Die grasbedeckten Torfsodenhäuser auf Island haben anregend auf unsere Baukultur gewirkt. Unser grüner Lebensraum wird immer mehr eingeschränkt. Da können Grasdächer uns ein Stück Natur zurückgeben und auch einiges bieten:
• Sie verschönern das Stadtbild.
• Sie regulieren das Raumklima und helfen, Heizenergie zu sparen.
• Sie schützen vor Lärm, Wind und sogar vor Immissionsstaub.
• Sie entlasten die Kanalisation.
• Sie mindern die großen Temperaturschwankungen der Dachhaut, die an einem Tag schon bis zu 50 Grad Celsius ausmachen können, um etwa 60 Prozent – das Gebäude ist thermisch geringer beansprucht und daher weniger reparaturanfällig.
Ein grünes Dach bedarf sorgfältiger Planung, besonders, wenn es sich um geneigte Flächen handelt. Je nach System muß die Dachkonstruktion mehr Gewicht tragen und entsprechend stärker ausgelegt werden. Der Schichtenaufbau, der als Fertig- oder auch als Do-it-yourself-System angeboten wird, muß eingehalten werden. Die Dachvegetation kann man nach der Erstbegrünung der Natur überlassen, die Haltbarkeit ist praktisch unbegrenzt. Kosten: 40 bis 60 EUR je m2.

Holzschindeln

Holzgedeckte Dächer gibt es in Thüringen, Sachsen, in den Alpen und im Schwarzwald. Um Holzschindeln herzustellen, werden gerade gewachsene Bäume benötigt, die im Winter gefällt werden. Ein etwa 50 cm langes Stammstück wird in sechs Teile zerlegt, Splint und Kern werden entfernt, die Schindeln radial abgespalten und anschließend geputzt. Gespaltene Schindeln halten etwa doppelt so lang wie gesägte, ca. 20 bis 30 Jahre. Dächer werden bis zu 280 Jahre alt, wenn sie ständig repariert werden. Kosten: je nach Holzart ca. 40 bis 100 EUR je m2.

Schiefer

Frostbeständig, dicht und hochwertig muß Dachschiefer in unseren Breiten sein. Das klassische Dachmaterial, das über Jahrmillionen aus verdichtetem Feinstaub entstand, ist in bergfeuchtem Zustand spaltbar. Üblich sind Plattendicken von etwa 5 mm. Weit über Rheinland, Harz oder Sauerland hinaus erfreut sich dieses Material bei naturbewußten Bauherren großer Beliebtheit. Es gibt verschiedene Deckungsarten, die vom Zuschnitt der Platten abhängen. Haltbarkeit: mind. 100 Jahre, Kosten: ca. 100 bis 200 EUR je m2.

Zink

Zinkbedachung besitzt eine gute Formbarkeit und eine attraktive, blaugraue Patina. Diese Eigenschaften faszinieren immer noch Bauherren, einerlei, ob sie in klassischem oder modernem Stil bauen wollen. Das heute verwendete Titanzink ist eine Zinklegierung mit Zusätzen aus Titan und Kupfer. Der Werkstoff wird in einem kontinuierlichen Gieß-Walz-Prozeß hergestellt und hält über mehrere Generationen, im Schnitt ca. 140 Jahre. Kosten: ca. 130 EUR je m2 inklusive Handwerksarbeit.

Kupfer

Kupfer ist hochglänzend braun, wird auf der Oberfläche durch Reaktion mit Sauerstoff matt und bekommt nach Jahrzehnten eine pastellgrüne Patina. Moderne Verfahren machen es möglich, Kupferplatten bereits mit Oxid- oder Patinawirkung herzustellen. Haltbarkeit: mind. 80 Jahre, Kosten: ca. 250 EUR je m2.

 

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