DACHBEGRÜNUNG

By | März 8, 2016

Welche Dächer begrünt werden können, welche technischen Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen und welche Begrünungssysteme zur Auswahl stehen, haben wir im vergangenen Heft dargestellt. Diesmal zeigen wir, wie’s geht: Das Dach bekommt seine neue, grüne Haut.

Mit Unterstützung durch Fachleute, aber sehr viel Eigenarbeit läßt sich ein bewachsenes Dach bauen: Das ist einer der großen Vorteile dieser Art der Dacheindeckung. Auf diese Weise wird viel Arbeitslohn gespart, und die Sache bleibt bezahlbar, ohne daß die Qualität leidet. Der Aufbau ist im Prinzip so einfach, daß jeder Selberma-cher sich diese Arbeit zutrauen kann. Wichtig sind gutes Material und sorgfältige Verarbeitung – dann kann nichts schiefgehen. Wie es im einzelnen geht, zeigen wir in unserer Bilderfolge.

Der Unterbau – Kein Holzweg: Dachschalung aus Brettern

In unserem Beispiel, einem sehr flach geneigten, mit Bitumenschindeln gedeckten Dach, waren keine Vorbereitungen notwendig, um den neuen Unterbau für das Gründach aufzubringen. Die Schindeln blieben erhalten, darauf kamen Unterlattung und Schalung aus 19 mm dicken Nut-und-Feder-Brettern.
Etwas kompliziert wird es bei einer Ziegeldachung oder einem Flachdach mit Kiesschüttung: Der alte Belag muß entfernt werden, damit die neue, ganz ebene Dachschalung aufgebracht werden kann.
Der glatte Unterbau ist nicht nur als solider Träger für die folgenden Schichten notwendig, er garantiert als ebene Fläche auch, daß die Kunststoffbahnen, die darauf liegen, keine unnötigen mechanischen Belastungen etwa an Kanten aushalten müssen.

Die Dichtung – Eine Haut, die das Dach trocken hält
Sparen läßt sich beim Gründach am Arbeitslohn, nicht am Material. Denn Geovlies und Wurzelschutzbahn müssen von bester Qualität sein, damit sie ihre Funktion erfüllen. Und sie müssen großzügig verarbeitet werden. Das bedeutet:    breit überlappende
Nähte, an Traufen und Kanten locker aufgelegte Bahnen, die auch bei Belastung durch nasses Pflanzsubstrat oder Schnee nicht unter Spannung stehen. Bei jedem Dach liegt zuunterst das Geovlies, darauf die Wurzelschutzbahn, dann eine weitere Lage Geovlies und – wenn zusätzliche Isolierung gewünscht wird – eine Lage Hartschaumplatten, mit Vlies abgedeckt. Alle Bahnen werden lose verlegt, damit keine Undichtigkeiten entstehen.

Die Anschlüsse – So wird’s perfekt bis ins letzte Detail
Die Dachfläche sorgfältig einzudecken ist nicht sehr schwierig. Knifflig wird es an Ecken und Kanten, Traufen, Dachrinnen und Schornsteinanschlüssen. Deshalb ist hier besondere Sorgfalt geboten. Eine Hilfe sind aber viele fertige Elemente, die eingebaut werden sollten.
Ein wichtiger Punkt ist die Entwässerung des Daches. Denn bei langanhaltenden Regenfällen muß das Wasser, das nicht mehr vom Blähton aufgenommen werden kann, zügig abfließen, wenn die Pflanzen nicht ertrinken sollen. Deshalb wird im Kehl-bereich, der nicht über eine Traufe entwässert wird, eine Grobkiesschüttung eingebaut, die mit Geovlies abgedeckt wird. So können sich Erde und Kies nicht mischen, und auch die Pflanzenwurzeln können nicht in den Kies hineinwachsen.
Dachgullys und Dunsthauben werden fertig geliefert und sind so beschaffen, daß die Wurzelschutzbahn direkt daran verschweißt werden kann. Auch an den Wandanschlußprofilen wird die Bahn direkt verschweißt. Damit aber auch zwischen Wand und Profil kein Wasser eindringen kann, wird die Fuge zusätzlich mit dauerelastischem Kitt verschlossen.
Bei komplizierten Dachformen müssen die Bahnen an Ort und Stelle zugeschnitten werden. Beim Zuschnitt sollte man besonders darauf achten, daß die Bahnen reichlich überlappen. Überstehendes kann immer noch abgeschnitten, Fehlendes aber nur mit zusätzlichen Schweißnähten angefügt werden. Nützlich sind auch Kehlfixierungen, an denen die Bahnen angeschweißt werden können.

Sicher ist sicher: Hilfe vom Fachmann
■    Die Berechnung einer Dachfläche und des für das Gründach notwendigen Materials sollte man in jedem Fall der Firma überlassen, die das Material liefert. So ist bei Baubeginn garantiert alles da, was gebraucht wird, von der notwendigen Menge von Plane und Vlies bis zu Profilen und Befestigungsmaterial.
■    Die Dichtigkeit der Wurzelschutzbahn ist wichtigste Voraussetzung dafür, daß keine Feuchtigkeit ins Haus dringt. Wer die Nähte nicht gerne selbst verschweißen will, kann die Bahn auch fix und fertig verschweißt bestellen.

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