Möbelbeschläge einlassen – So macht es der Fachmann

By | April 14, 2016

Möbelbeschläge einlassenMit einfachen Mitteln kann man Scharniere, Bänder und Schlösser sauber in Holzteile einlassen. Sorgfältiges Arbeiten ist wichtig.
Beim Bau von anspruchsvollen Möbeln, die nicht nur einen hohen Gebrauchswert haben, sondern auch ein Schmuckstück für die Wohnung werden sollen, werden Beschläge meistens eingelassen. Das geschieht einmal aus ästhetischen Gründen, zum anderen aber fordert es auch die Technik.
Sitzen sie nicht stramm und sauber in ihren Aussparungen, kommt es zu funktionellen Problemen. Sind sie nicht tief genug eingelassen, bleibt zwischen Korpus und Tür zu viel Luft, genau bemessene Bauteile passen nicht, und außerdem stört ein zu breiter Türspalt das Gesamtbild. Ist die Aussparung der Scharnierlappen zu tief aus dem Holz herausgearbeitet, federn Tür oder Klappe zurück, und es besteht die Gefahr, daß die Befestigungsschrauben aus dem Material ausreißen.
In beiden Fällen sind Korrekturen möglich, aber mit viel Nacharbeit verbunden. Bei zu geringer Tiefe der Aussparungen werden die Beschläge wieder demontiert, und Holz wird in entsprechender Stärke abgetragen. Wie mit einem Hobel schält man das Holz in dünnen Spänen ab. Bei zu tiefen Aussparungen kann man nach Demontage der Beschläge ein passend zugeschnittenes Furnier zum Aufdoppeln unterlegen.

Sitz und Länge des Scharniers werden durch kurze Bleistiftstriche markiert und mit Hilfe eines Winkels genau aufgezeichnet.  Die Einlaßtiefe mit dem Streichmaß am Material abgreifen und durch mehrmaliges Anreißen auf das Holz übertragen.   Mit einer Feinsäge wird das Holz in kurzen Abständen genau bis zur Tiefe der angerissenen Markierung eingesägt.  Nach dem Abtragen des eingesägten Materials wird die Aussparung mit einem möglichst breiten Stecheisen geglättet. Unebenheiten werden sichtbar, wenn man den Winkel mit dem Bleistift schwärzt und mehrfach über das Material schiebt.  Zum Vorbohren und randbündigen Anschrauben des Scharniers kann man mit Zwingen eine Anschlagbrett fixieren. Zum Anzeichnen des zweiten Scharnierlappens das Scharnier provisorisch montieren und die Position übertragen.
Die Abmessungen der Scharniere und die Position der Schraubenlöcher können bei den einzelnen Stücken unterschiedlich ausfal-len. Kennzeichnen Sie Scharnier und Aussparung, damit sie später wieder Zusammenkommen.

Einlassen der Beschläge
Zuerst werden die Positionen der Beschläge genau festgelegt. Dann wird angezeichnet. Dabei wird der Beschlag selbst als Schablone benutzt. Länge und Breite der Aussparung werden durch kurze Bleistiftmarkierungen gekennzeichnet. Mit Hilfe eines Anschlagwinkels dann die Markierungen als deutliche Bleistiftstriche verlängern (Bild 1). Die Breite eines Beschlages und auch die Materialdicke, also die Tiefe der Aussparung, können mit einem Streichmaß angezeichnet werden (Bild 2). Dabei mehrmals und möglichst tief anreißen.
Danach wird das auszuhebende Holz quer zur Faser in kurzen Abständen durchtrennt. Wenn Holzdicke und Scharnierbreite identisch sind – die Bandrolle sollte zur Hälfte durchstehen -, kann mit einer Feinsäge durchgesägt werden (Bild 3). Ist das Holz dicker als die halbe Scharnierbreite, wird nur bis zum Breitenriß gesägt und mit dem Stecheisen nachgestochen. Dann das Holz vorsichtig mit dem Stecheisen herausarbeiten (Bild 4). Bei aushängbaren Bändern liegt der schmalere Teil der Lappen in der Fläche, hier kommt dann nur das Stecheisen zum Einsatz. Zum Schluß wird der Stechbeitel zum Nachsäubern in Faserrichtung angesetzt. So läßt sich ein Aufplatzen des Holzes in Spaltrichtung vermeiden.
Mit einem Trick kann man die Grundfläche der Aussparung abnehmen. Man schiebt den mit der Bleistiftmine eingefärbten Winkel über die Fläche und markiert damit die hervorstehende Partien (Bild 5). Dort nacharbeiten.
Bei allen Arbeiten mit dem Stechbeitel sind behutsames Vorgehen und ein absolut scharfes Werkzeug Voraussetzung. Zur Sicherheit sollte die Schneide des Werkzeuges vorher frisch abgezogen werden.

Für die Befestigungsschrauben werden die Löcher markiert und in halber Schraubenstärke vorgebohrt. Besser eindrehen lassen sich die Schrauben, wenn das Gewinde vorher mit Wachs eingestrichen wird. Es sieht besser aus, wenn die Schrauben ausgerichtet werden. Das bedeutet, daß die Schraubenschlitze in eine Richtung zeigen. Stangenscharniere (Klavierband) werden eingefälzt. Mit Oberfräse und geradem Nutfräser wird das Holz dazu in Materialstärke des Scharnierlappens und dem halbem Bandrollendurchmesser abgetragen.

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