Was Sie beim Einbau eines Tresors beachten müssen – Schwere Zeiten für schwere Jungs

By | Februar 28, 2016

Wer auf Nummer Sicher gehen will, muß seine Schätze nicht gleich zur Bank tragen. Auch für den Hausgebrauch gibt es Wertschränke, die man sogar selbst einbauen kann.
Erwerbslos zu werden, ist ein hartes Los. Das wünschen wir niemandem. Ausnahme: Dem Berufsstand der Einbrecher, Langfinger und Ganoven gönnen wir beruflich keinen Durchbruch. Viele, die genauso denken, sehen in ihrem Wäscheschrank ein zuverlässiges Versteck für Bares, Schmuck und Wertgegenstände. Böse Buben wissen das und lenken ihre Schritte gezielt dorthin. Fazit: Ein Wertschrank – so die allgemeine Bezeichnung für Tresore, Safes und Panzerschränke – ist bestimmt die bessere „WertAnlage“. Bei entsprechender Ausstattung hält er nicht nur dicht, wenn Finstermänner Hand anlegen, sondern trotzt (zumindest eine Zeitlang) sogar dem Feuer, ohne daß die darin verstauten Wertpapiere, Urkunden und Dokumente in Mitleidenschaft gezogen werden.
Schon die einfache Geldkassette für die Schublade ist eine Art Tresor, zumal es Modelle gibt, die sich fest mit dem Untergrund verschrauben lassen. Aber zur Aufbewahrung von Tafelsilber, Schmuck, Papieren, Foto- oder Videogeräten, Musikinstrumenten, wertvollen Briefmarken- oder Kunstsammlungen kommen je nach deren Anzahl oder Umfang nur Wand-, Möbel- oder Bodentresore in Frage, die angemessenen Stauraum bieten. Wandtresore werden – wie es die Zeichnung links zeigt – derart solide eingebaut, daß sie rundum von einem mindestens 10 cm dicken Betonmantel umgeben und darin zusätzlich verankert sind (der Fachmann spricht von „Umwehrung“). In unserem Beispiel ist die Verankerung bereits Bestandteil des Tresors: Die auf der Oberseite angeschweißten Moniereisen gehen mit dem Betonmantel eine stabile Verbindung ein.
Der Einbau bereitet dem Sel-bermacher handwerklich keine Schwierigkeiten. Allerdings muß er die beigefügten Anweisungen peinlich genau befolgen. Sonst kann es im Falle eines Falles passieren, daß die Hausratversicherung die Regulierung eines Schadens mit dem Argument ablehnt, die Montage sei nicht fachmännisch ausgeführt worden.

Die Schatztruhe in der Wand
Ein gutes Beispiel: Der Tresor verfügt über eine mehrwandige Tür mit Verriegelungsbolzen aus massivem Stahl und ist „für die Ewigkeit“ in die Wand eingemauert, also rundherum mit einem Betonmantel von mindestens 10 cm Dicke – auch an der Rückseite. Die an den Korpus bereits angeschweißte Armierung (auf der Oberseite sichtbar) verankert den Tresor im Betonmantel und läßt jeden Versuch scheitern, den Behälter als Ganzes aus der Wand zu reißen. Die Frontpartie schließt bündig mit der Wand ab. Die Schadenversicherer versichern bei einem Tresor dieser Bauart – private Nutzung vorausgesetzt – einen Betrag von max. 125000 Eur.

So bringen Sie Ihre Werte hinter Schloß und Riegel

Ob das Schloß des Tresors mit einem (Doppelbart-)Schlüssel betätigt wird, oder ob es sich um ein mechanisches oder ein elektronisches Zahlenschloß handelt, macht in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit keinen Unterschied. Auch sind die Funktionsweisen in Kombination zu haben. Zahlenschlösser lassen sich mit einer Ziffernfolge eigener Wahl programmieren, die der Benutzer nirgends notieren, sondern sich einprägen sollte. Übrigens: Geburtsdaten sind alles andere als ein Geheimtip, denn Einbrecher probieren diese Zahlen gern als erste aus, sobald sie auch persönliche Papiere gefunden haben. Ein Wermutstropfen: Tresore bieten zwar Schutz gegen Gewalt und Feuer, meistens aber nicht gegen Wasser.

Die Schließtechnik. Für das Doppelbartschloß (ganz oben) trägt man den Schlüssel in der Tasche, für das Schiebezahlenschloß (Mitte) und das auf Tastendruck ansprechende elektronische Zahlenschloß (unten) hat man ihn im Kopf.

Dem Feuer kaum eine Chance: Die doppelte Wandung des Tresors ist mit Kügelchen aus Ton gefüllt, die dank hervorragender Dämmeigenschaften die Hitze eines Brandes oder eines Schneidbrenners quasi verschlucken. Für Disketten und Computersoftware gibt es feuersichere Spezialschränke.

Wie eine kleine Festung: Das ausgeklügelte Zusammenspiel von Schließelementen und Panzerung macht den Tresor so gut wie uneinnehmbar-jedenfalls für Unbefugte. Die Bolzen des Notverriegelungssystems schnellen bei Gewaltanwendung (und nur dann) automatisch hervor. Die Vierkantbolzen haben besonders große Auflageflächen und widerstehen dem Versuch, die Tür als Ganzes herauszureißen. Der Schließzwang sorgt dafür, daß sich der Schlüssel erst dann aus dem Schloß ziehen läßt, wenn die Tür wirklich verriegelt wurde.

CHECKLISTE: SO FINDEN SIE DEN RICHTIGEN TRESOR
■    Zuerst geht es um die Werte, die vor unbefugtem Zugriff geschützt werden sollen. Bei privater Nutzung wird oft schon ein Wertschrank gemäß Sicherheitsstufe B oder Widerstandsgrad I ausreichen.
■    Bei größeren Werten muß die Versicherungseinstufung, folglich der Widerstandsgrad des Wertschrankes darauf abgestimmt werden. Beispiel: Die Euro/VdS-Klasse V reicht bis 750000 Eur (bei privater Nutzung).
■    Der Versicherungsschutz verdoppelt sich bei Kombination mit einer Einbruchmeldeanlage, sofern sie den Richtlinien der Versicherung entspricht.
■    Nochmals zum Thema Versicherung: Es gibt zwar Richtwerte
des Verbandes der Schadenversicherer (VdS), aber im Einzelfall bedarf es der Abstimmung mit der jeweiligen Hausratversicherung.
■    Weiteres Auswahlkriterium ist das nutzbare Volumen. Bei einigen dickwandigen Wertschränken mit hohem Widerstandsgrad und Feuerschutz besteht eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Außenmaßen und Innenraum.
■    Wenn Papiere verwahrt werden sollen, genügt ein Schrank, dessen Innenraum sich im Brandfall nicht über 150 °C erhitzt. Für Disketten dürfen es nicht mehr als 50 °C sein. Außerdem wird der Qualitätsstandard nach der maximalen Einwirkzeit (60 bzw. 120 Minuten) differenziert.
■    Ab 1. Januar 1996 müssen Hersteller und VdS-Einstufung am Tresor ausgewiesen sein.

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